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MOTOR

Autor: René Schlüter  |  Aktualisiert: Juni 2026

Nitril oder PTFE – der richtige Schlauch für AN-/JIC-Leitungssysteme in Dash-Größen

Wer im Motorsport Öl-, Kraftstoff- oder Hydraulikleitungen selbst aufbaut, arbeitet häufig mit AN-/JIC-Leitungssystemen in sogenannten Dash-Größen. Schläuche, Anschlüsse und Adapter wirken auf den ersten Blick oft ähnlich: Edelstahlummantelung, verschraubbare Fittings und abgestimmte Größen. Technisch gibt es jedoch wichtige Unterschiede.

Eine der häufigsten Fragen dabei lautet: Nitril-Schlauch oder PTFE-/Teflonschlauch?

Während Nitril-Schläuche häufig für Öl- und klassische Kraftstoffanwendungen verwendet werden, ist PTFE vor allem bei modernen Kraftstoffen, höheren Temperaturen, aggressiveren Medien und im Motorsport die technisch robustere Lösung. Entscheidend ist daher nicht nur die passende Dash-Größe, sondern auch der richtige Schlauchtyp für den jeweiligen Einsatzzweck.

Schnellentscheidung: Nitril oder PTFE?

Öl-Fokus

Nitril-Schlauchsystem

Bewährte Lösung für viele Ölkreisläufe im Motorsport, zum Beispiel Ölkühlerleitungen, Getriebeöl- oder Differentialölleitungen.

  • Serie 210 / Serie 400 Nitrilschlauch
  • JIC Anschlüsse Serie 800
  • flexibel, robust und gut montierbar
Kraftstoff-Fokus

PTFE-/Teflonschlauchsystem

Klare Empfehlung für Kraftstoffleitungen, moderne Kraftstoffe, E10, E85 und viele Rennkraftstoffe.

  • PTFE-/Teflonschlauch
  • passende PTFE-Anschlüsse mit Olive
  • chemisch und thermisch hoch belastbar
PTFE auch für Öl: PTFE-Schläuche können je nach Schlauchserie und Herstellerfreigabe auch für Öl, Hydraulik, Kupplung oder Hochtemperaturanwendungen geeignet sein.
Brems- und Kupplungsleitungen: Nur mit geeignetem PTFE-System, passenden Anschlüssen und fachgerechter Prüfung verwenden.
Dash-Größe: Die passende Größe richtet sich nach Medium, Druck, Durchfluss, Leitungslänge, Temperatur und den Vorgaben der Komponenten.
Motorsport-Hinweis: In vielen FIA- und DMSB-Veranstaltungen sind flexible Kraftstoff-, Schmieröl- und druckbeaufschlagte Hydraulikleitungen nur zulässig, wenn sie mit geeigneten Anschlüssen sowie einer außen abriebfesten und flammenhemmenden Umhüllung ausgeführt sind. Stahlummantelte Dash-, AN- oder JIC-Schlauchsysteme sind deshalb im Motorsport oft nicht nur sinnvoll, sondern je nach Reglement verpflichtend. Maßgeblich ist immer das aktuelle Reglement der jeweiligen Serie, Veranstaltung und Fahrzeuggruppe.

Nitril-Schlauchsysteme für Öl

Nitrilschläuche, je nach Hersteller auch als CPE-Schlauchsysteme beschrieben, werden im Motorsport häufig für Ölleitungen eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Ölkühlerleitungen, Motorölkreisläufe, Getriebeölkühlungen, Differentialölkühlungen oder Leitungen in Verbindung mit Ölpumpen und Filtern.

Bei Rennsportshop werden dafür unter anderem Serie 210 und Serie 400 Nitrilschläuche eingesetzt. Die passenden Anschlüsse befinden sich im Bereich JIC Anschlüsse Serie 800 für Nitrilschlauch .

Nitrilschläuche sind besonders interessant, wenn eine flexible, robuste und gut montierbare Leitung für Ölkreisläufe aufgebaut werden soll. Je nach Anwendung kommen nicht nur Dash 08 oder Dash 10 infrage, sondern auch größere Größen wie Dash 12, Dash 14 oder Dash 16.

Vorteile von Nitrilschläuchen bei Öl

  • bewährtes Schlauchsystem für Ölkreisläufe im Motorsport
  • flexible Verlegung im Vergleich zu starren Leitungen
  • große Auswahl an Dash-Größen
  • passende wiederverwendbare JIC-/AN-Anschlüsse verfügbar
  • gut geeignet für Ölkühler, Pumpen, Filter und Adapterlösungen
  • sinnvolles Preis-/Nutzen-Verhältnis bei längeren Leitungswegen

PTFE-/Teflonschläuche für Kraftstoff, Öl und Hochtemperaturanwendungen

PTFE, oft auch als Teflon bezeichnet, ist ein chemisch und thermisch sehr widerstandsfähiges Material. Deshalb werden PTFE-/Teflonschlauchsysteme besonders häufig für Kraftstoffleitungen, Bremsleitungen, Kupplungsleitungen, Hydraulikleitungen und Hochtemperaturanwendungen verwendet.

Für Kraftstoffleitungen empfehlen wir PTFE-/Teflonschlauchsysteme besonders deshalb, weil moderne Kraftstoffe wie Benzin, E10, E85, Ethanolanteile und viele Rennkraftstoffe klassische Gummi- oder Nitril-Innenseelen stärker belasten können. Neben Dichtigkeit geht es dabei auch um Alterung, Geruch, Kraftstoffausdünstung und langfristige Beständigkeit.

PTFE kann je nach Schlauchserie und Herstellerfreigabe auch für Öl verwendet werden. Bei bekannten PTFE-Stahlflexsystemen wie der Goodridge 600 Serie werden beispielsweise Kraftstoff, Öl, Wasser, Bremsen, Kupplung, Hydraulik und weitere Anwendungen genannt. Der typische Temperaturbereich solcher PTFE-Stahlflexsysteme kann je nach Ausführung bei etwa -70 °C bis +260 °C liegen. Entscheidend sind aber immer die konkreten Daten des verwendeten Schlauchs.

Vorteile von PTFE-/Teflonschläuchen

  • hohe chemische Beständigkeit gegenüber Benzin, E10, E85, Rennkraftstoffen, Ölen und vielen weiteren Betriebsmedien
  • hohe thermische Belastbarkeit, je nach Schlauchserie bis ca. -70 °C bis +260 °C
  • geringere Kraftstoffausdünstung im Vergleich zu vielen klassischen Gummischläuchen
  • gute Alterungsbeständigkeit bei modernen Kraftstoffmischungen
  • geeignet für Kraftstoff-, Öl-, Brems-, Kupplungs- und Hydraulikanwendungen, sofern Schlauch und Fitting dafür freigegeben sind
  • saubere Abdichtung über spezielle PTFE-Fittings mit Olive bzw. Klemmhülse
Wichtig: PTFE-Schläuche sind chemisch und thermisch sehr belastbar, dürfen aber nicht geknickt oder unter Knickbelastung verlegt werden. Zu enge Biegeradien, Verdrehung oder mechanische Spannung können den Schlauch und die Verbindung beschädigen.

Goodridge, Earl’s und vergleichbare Dash-Schlauchsysteme

Viele Anwender kennen Dash- und AN-Schlauchsysteme über bekannte Marken wie Goodridge oder Earl’s. Diese Namen werden häufig gesucht, wenn es um Stahlflexschläuche, PTFE-Leitungen, Teflonschlauch, Kraftstoffleitungen oder Ölleitungen im Motorsport geht.

Goodridge ist unter anderem durch Schlauchserien wie 200, 210, 400 und 600 bekannt. Klassische Nitril- bzw. CPE-Systeme werden häufig für flexible Leitungslösungen im Ölbereich genutzt, während PTFE-/Teflonschlauchsysteme wie die Goodridge 600 Serie besonders für Kraftstoff, Öl, Bremsen, Kupplung, Hydraulik und Hochtemperaturanwendungen interessant sind.

Auch Earl’s bietet verschiedene Schlauch- und Fitting-Systeme für Motorsport und Performance-Anwendungen an, darunter PTFE-basierte Systeme wie Speed-Flex oder UltraPro.

Grundregel: Nicht die Dash-Größe allein entscheidet, sondern das komplette System aus Schlauch, Anschluss, Adapter, Medium, Temperaturbereich und Montage.

Nitril-Fittings und PTFE-Fittings nicht mischen

Ein häufiger Fehler beim Aufbau von Dash-Leitungen ist das Vermischen von Schlauch- und Fitting-Systemen. Nitrilschläuche werden mit dafür vorgesehenen wiederverwendbaren Schlauchanschlüssen montiert, zum Beispiel mit JIC-Anschlüssen der Serie 800. PTFE-/Teflonschläuche benötigen dagegen spezielle PTFE-Anschlüsse mit Olive bzw. Klemmhülse.

Montageanleitungen

Die folgenden Montagehinweise sind als werkstattnahe Orientierung für wiederverwendbare Dash-Schlauchanschlüsse gedacht. Die genaue Montage richtet sich immer nach dem verwendeten Schlauch, Anschluss, Hersteller und Einsatzbereich.

Montageanleitung: Nitrilschlauch mit wiederverwendbarem Anschluss

Diese Anleitung gilt für Nitrilschlauchsysteme wie Serie 210 und Serie 400 in Verbindung mit passenden wiederverwendbaren Anschlüssen, zum Beispiel JIC-Anschlüssen der Serie 800.

Montageanleitung für Nitrilschlauch mit wiederverwendbarem Anschluss
Montageübersicht für Nitrilschlauch mit wiederverwendbarem Anschluss.

Benötigtes Werkzeug

  • feinzahnige Säge, Trennscheibe oder geeigneter Schlauchschneider
  • Schraubstock mit Schonbacken
  • geeignete Gabelschlüssel oder AN-Schlüssel
  • Montageöl oder geeignetes Schmiermittel
  • Klebeband zum Umwickeln der Schnittstelle
  • Druckluft oder geeignetes Reinigungsmittel
  • Schutzbrille und Handschuhe

Schritt 1: Schlauch ablängen

Die benötigte Schlauchlänge sorgfältig ermitteln. Die Schnittstelle stramm mit Klebeband umwickeln, damit sich das Edelstahlgeflecht beim Schneiden nicht aufspreizt.

Den Schlauch anschließend gerade mit einer feinzahnigen Säge, Trennscheibe oder einem geeigneten Schlauchschneider ablängen. Nach dem Schnitt lose Drähte, Gummireste und Späne entfernen. Die Leitung von innen gründlich reinigen und ausblasen.

Schritt 2: Anschluss vorbereiten

Der wiederverwendbare Anschluss besteht aus Hülse beziehungsweise Überwurfmutter und Anschlusskörper mit Nippel. Vor der Montage prüfen, ob Anschluss, Schlauchserie und Dash-Größe zusammenpassen.

Nitril-Anschlüsse sind nicht für PTFE-Schläuche geeignet.

Schritt 3: Schlauch in die Hülse einsetzen

Die Hülse in einen Schraubstock mit Schonbacken einspannen. Den Schlauch vorsichtig in die Hülse eindrehen oder einschieben, bis er sauber am Anschlag sitzt.

Zur Kontrolle kann die Position des Schlauchs außen markiert werden. So lässt sich erkennen, ob der Schlauch beim Verschrauben aus der Hülse gedrückt wurde.

Schritt 4: Anschlusskörper einschrauben

Den Nippel des Anschlusskörpers leicht schmieren. Anschließend den Anschlusskörper von Hand in die Hülse einschrauben.

Dabei darauf achten, dass der Schlauch nicht herausgedrückt oder verdreht wird. Sobald das Gewinde sauber greift, den Anschluss mit geeignetem Werkzeug weiter anziehen.

Schritt 5: Anschluss festziehen

Den Anschluss gleichmäßig festziehen. Dabei den Anschlusskörper gegenhalten und nicht mit Gewalt überdrehen.

Während der Montage prüfen, ob der Schlauch weiterhin vollständig in der Hülse sitzt.

Schritt 6: Leitung reinigen und prüfen

Nach der Montage die Leitung gründlich reinigen und ausblasen. Vor dem Einbau muss die Leitung auf korrekten Sitz, Beschädigungen, Verdrehung und Dichtigkeit geprüft werden.

Montageanleitung: PTFE-/Teflonschlauch mit PTFE-Anschluss

Diese Anleitung gilt für PTFE-/Teflonschläuche in Verbindung mit passenden wiederverwendbaren PTFE-Anschlüssen. PTFE-Anschlüsse bestehen in der Regel aus Anschlusskörper, Olive beziehungsweise Klemmhülse und Überwurfmutter.

Wichtig: PTFE-Fittings dürfen nicht mit Nitrilschläuchen kombiniert werden. Ebenso dürfen Nitril-Fittings nicht auf PTFE-Schläuchen verwendet werden.

Benötigtes Werkzeug

  • feinzahnige Säge, Trennscheibe oder geeigneter Schlauchschneider
  • Schraubstock mit Schonbacken
  • geeignete Gabelschlüssel oder AN-Schlüssel
  • kleiner Dorn oder geeignetes Werkzeug zum Aufweiten des Geflechts
  • Montageöl oder geeignetes Schmiermittel
  • Klebeband zum Umwickeln der Schnittstelle
  • Druckluft oder geeignetes Reinigungsmittel
  • Schutzbrille und Handschuhe

Schritt 1: PTFE-Schlauch ablängen

Die benötigte Länge sorgfältig bestimmen. Die Schnittstelle mit Klebeband umwickeln, damit sich das Edelstahlgeflecht beim Schneiden nicht aufspreizt.

Den Schlauch gerade und sauber ablängen. Nach dem Schnitt lose Drähte, PTFE-Reste und Späne vollständig entfernen. Die Leitung von innen gründlich reinigen und ausblasen.

Schritt 2: Anschluss zerlegen

Den PTFE-Anschluss in seine Bestandteile zerlegen: Überwurfmutter, Olive beziehungsweise Klemmhülse und Anschlusskörper.

Prüfen, ob Anschluss und Schlauch dieselbe Dash-Größe haben und zum PTFE-System gehören.

Schritt 3: Überwurfmutter aufschieben

Die Überwurfmutter zuerst auf den Schlauch schieben. Die Gewindeseite muss dabei in Richtung Schlauchende zeigen, damit der Anschluss später montiert werden kann.

Bei ummantelten oder beschichteten Schläuchen muss je nach Ausführung die äußere Beschichtung im Montagebereich entfernt werden.

Schritt 4: Edelstahlgeflecht vorbereiten

Das Edelstahlgeflecht am Schlauchende vorsichtig vom PTFE-Innenschlauch lösen und leicht aufweiten. Der PTFE-Innenschlauch darf dabei nicht beschädigt werden.

Das Geflecht muss so vorbereitet werden, dass die Olive zwischen PTFE-Innenschlauch und Edelstahlgeflecht eingeschoben werden kann.

Schritt 5: Olive einsetzen

Die Olive vorsichtig über den PTFE-Innenschlauch schieben. Sie muss sauber und vollständig sitzen. Der PTFE-Innenschlauch muss bis zum Anschlag in der Olive liegen.

Dieser Schritt ist entscheidend für die spätere Dichtheit der Leitung. Eine schief sitzende oder nicht vollständig aufgeschobene Olive kann zu Undichtigkeiten führen.

Schritt 6: Anschlusskörper montieren

Den Anschlusskörper leicht schmieren und vorsichtig in den PTFE-Innenschlauch einführen. Anschließend die Überwurfmutter von Hand auf den Anschlusskörper schrauben.

Dabei darauf achten, dass die Olive nicht verrutscht und der PTFE-Schlauch nicht verdreht oder beschädigt wird.

Schritt 7: Anschluss festziehen

Den Anschluss mit geeignetem Werkzeug gleichmäßig festziehen. Dabei den Anschlusskörper gegenhalten. Der Anschluss muss fest sitzen, darf aber nicht überdreht werden.

Nach dem Festziehen sollte der Anschluss nicht wieder gelöst werden, nur um die Ausrichtung zu korrigieren. Wird ein PTFE-Anschluss nach der Montage gelöst, sollte die Verbindung sorgfältig geprüft und bei Bedarf neu montiert werden.

Schritt 8: Leitung reinigen und prüfen

Nach der Montage die Leitung gründlich reinigen und ausblasen. Vor dem Einsatz muss die Leitung auf korrekten Sitz, Beschädigungen, Verdrehung und Dichtigkeit geprüft werden.

Bei Kraftstoffleitungen, Bremsleitungen, Kupplungsleitungen und Hochtemperaturanwendungen ist eine sorgfältige Druck- und Dichtigkeitsprüfung besonders wichtig.

Häufige Fehler beim Aufbau von Dash-Leitungen

Falscher Schlauch für das Medium

Nicht jeder Schlauch ist für jedes Medium geeignet. Öl, Wasser, Benzin, E10, E85, Rennkraftstoff und Bremsflüssigkeit stellen unterschiedliche Anforderungen. Für Kraftstoffleitungen empfehlen wir PTFE-/Teflonschlauchsysteme.

Falsche Fittings

Nitril-Fittings und PTFE-Fittings sind unterschiedlich aufgebaut. Die Systeme dürfen nicht gemischt werden.

PTFE-Schlauch geknickt

PTFE-Schläuche dürfen nicht geknickt, verdreht oder unter mechanischer Spannung montiert werden. Zu enge Biegeradien können den Innenschlauch beschädigen und die Leitung undicht oder unsicher machen.

Falscher Einsatzbereich bei PTFE

PTFE-Schläuche werden häufig für Kraftstoff-, Öl-, Brems-, Kupplungs- und Hochtemperaturanwendungen eingesetzt. Trotzdem muss immer geprüft werden, ob genau der verwendete Schlauch und Anschluss für Medium, Druck, Temperatur und Einbauort freigegeben ist.

Unsauberer Schnitt

Ausgefranste Edelstahlummantelung, gequetschte Schlauchenden oder Späne in der Leitung können zu Montageproblemen und Schäden führen.

Leitung nicht gereinigt

Nach dem Schneiden und Montieren müssen Leitungen immer gereinigt und ausgeblasen werden. Späne oder Gummireste können Pumpen, Düsen, Regler, Lager oder Kühler beschädigen.

Zu enger Biegeradius

Eine zu eng gebogene Leitung kann den Durchfluss reduzieren, den Schlauch beschädigen oder den Anschluss belasten.

Scheuerstellen

Leitungen dürfen nicht an scharfen Kanten, heißen Bauteilen oder beweglichen Teilen scheuern. Bei Bedarf müssen Scheuerschutz, Halter oder Abstandshalter verwendet werden.

Hinweis für Motorsport und Fahrzeugbau

Dash-, AN-, JIC-, Nitril- und PTFE-Schlauchsysteme werden im Motorsport und Fahrzeugbau für individuell angefertigte Leitungen verwendet. Auswahl und Montage müssen fachgerecht erfolgen.

Nach der Montage sind alle Leitungen auf korrekten Sitz, Dichtigkeit, Scheuerstellen, Verdrehung, Biegeradius und ausreichenden Abstand zu heißen oder beweglichen Bauteilen zu prüfen.

Besonders bei Kraftstoff-, Öl-, Brems-, Kupplungs- und Hydraulikleitungen können Montagefehler zu Brandgefahr, Bremsversagen, Motorschäden oder Unfallrisiken führen. Die Auslegung richtet sich nach Medium, Druck, Temperatur, Einbauort und den Vorgaben der verbauten Komponenten.

Schläuche, Anschlüsse und Zubehör im Shop

Ölleitung bauen

Für viele Ölleitungen empfehlen wir den Aufbau mit Nitril-Schlauchsystemen. Typische Anwendungen sind Motorölkühler, Getriebeölkühler, Differentialölkühlung, Ölpumpen, Ölfilter und Trockensumpfanlagen.

  • Nitrilschläuche Serie 210 und Serie 400
  • JIC Anschlüsse Serie 800 für Nitrilschlauch
  • Adapter je nach Bauteil und Gewinde
  • optional Schnellkupplungen für Service-Trennstellen
Nitril-Schläuche ansehen Serie-800-Anschlüsse ansehen

Kraftstoffleitung bauen

Für Kraftstoffleitungen empfehlen wir PTFE-/Teflonschlauchsysteme. Typische Anwendungen sind Tankleitungen, Einspritzsysteme, Benzindruckregler, Kraftstoffpumpen, Filter, Rücklaufleitungen und Leitungen für E10, E85 oder Rennkraftstoff.

  • PTFE-/Teflonschlauch
  • passende PTFE-Anschlüsse mit Olive
  • Adapter je nach Bauteil und Gewinde
  • optional Schnellkupplungen für Service-Trennstellen
PTFE-Schläuche ansehen PTFE-Anschlüsse ansehen

Adapter für beide Systeme

Einschraub- und Verbindungsadapter verbinden Schlauchanschlüsse mit Ölkühlern, Pumpen, Filtern, Tankanschlüssen, Motorblock, Benzindruckregler oder anderen Komponenten.

Sie werden sowohl bei Nitril- als auch bei PTFE-Schlauchsystemen benötigt, wenn unterschiedliche Gewinde, Dash-Größen oder Bauteilanschlüsse verbunden werden sollen.

Adapter ansehen

Schnellkupplungen für beide Systeme

Schnellkupplungen eignen sich für Service-Trennstellen, schnell lösbare Leitungssysteme oder spezielle Motorsport-Anwendungen. Die Auswahl richtet sich nach Medium, Druck, Anschlussgröße und Einsatzbereich.

Sie können je nach Ausführung sowohl in Öl- als auch in Kraftstoffsystemen eingesetzt werden.

Schnellkupplungen ansehen

FAQ: Nitril, PTFE, Dash und AN-Schlauchsysteme

Was ist der Unterschied zwischen Nitril und PTFE?

Nitril ist ein gummiähnliches Schlauchmaterial, das häufig für Ölkreisläufe verwendet wird. PTFE, auch Teflon genannt, ist chemisch und thermisch widerstandsfähiger und wird deshalb häufig für Kraftstoffleitungen, Bremsleitungen, Kupplungsleitungen, Hydraulik und Hochtemperaturanwendungen eingesetzt.

Was bedeutet CPE bei Schlauchsystemen?

CPE steht für chloriertes Polyethylen. Der Begriff wird von einigen Herstellern für bestimmte gummiähnliche Schlauch-Innenseelen verwendet. Im Alltag sprechen viele Anwender vereinfacht von Nitril- oder Gummischlauchsystemen.

Welcher Schlauch ist für Kraftstoff besser?

Für Kraftstoffleitungen empfehlen wir PTFE-/Teflonschlauch. PTFE ist gegenüber modernen Kraftstoffen, E10, E85 und vielen Rennkraftstoffen beständiger und neigt weniger zur Kraftstoffausdünstung.

Kann ich Nitrilschlauch für Kraftstoff verwenden?

Je nach Schlauchserie und Herstellerfreigabe kann es unterschiedliche Angaben geben. Für Kraftstoffleitungen im Motorsport empfehlen wir jedoch PTFE-/Teflonschlauch, weil moderne Kraftstoffe, Ethanolanteile und Rennkraftstoffe höhere Anforderungen an chemische Beständigkeit, Alterung und Ausdünstung stellen.

Ist PTFE nur für Kraftstoff geeignet?

Nein. PTFE-/Teflonschläuche können je nach Schlauchserie auch für Öl, Bremsflüssigkeit, Kupplung, Hydraulik, Wasser oder andere Medien geeignet sein. Wichtig ist immer die Freigabe des konkreten Schlauchs und Anschlusses.

Welcher Schlauch ist für Ölleitungen geeignet?

Für viele Ölleitungen im Motorsport sind Nitril-Schlauchsysteme eine bewährte Lösung. PTFE-Schläuche können je nach Schlauchserie und Freigabe ebenfalls für Öl geeignet sein. Entscheidend sind Medium, Druck, Temperatur, Einbauort und die Herstellerangaben.

Warum werden im Motorsport stahlummantelte Leitungen verwendet?

In vielen FIA- und DMSB-Veranstaltungen sind flexible Kraftstoff-, Schmieröl- und druckbeaufschlagte Hydraulikleitungen nur zulässig, wenn sie geeignete Anschlüsse sowie eine außen abriebfeste und flammenhemmende Umhüllung haben. Stahlummantelte oder entsprechend geschützte Leitungen erfüllen diesen Zweck und sind deshalb im Motorsport weit verbreitet.

Darf ein PTFE-Schlauch geknickt werden?

Nein. PTFE-Schläuche dürfen nicht geknickt oder unter Knickbelastung montiert werden. Die Leitung muss mit geeignetem Biegeradius, ohne Verdrehung und ohne Zugspannung verlegt werden.

Kann ich Nitril-Fittings auf PTFE-Schlauch verwenden?

Nein. Nitrilschläuche und PTFE-Schläuche benötigen unterschiedliche Anschlüsse. PTFE-Schläuche werden mit speziellen PTFE-Fittings und Olive montiert.

Kann ich PTFE-Fittings auf Nitrilschlauch verwenden?

Nein. PTFE-Fittings sind für PTFE-/Teflonschläuche konstruiert und dürfen nicht auf Nitrilschläuchen verwendet werden.

Welche Dash-Größe brauche ich?

Die passende Dash-Größe hängt vom Anwendungsfall ab. Entscheidend sind Medium, Druck, Durchfluss, Leitungslänge, Anschlussgröße, Temperatur, Einbauort und die Vorgaben der verbauten Komponenten. Eine pauschale Empfehlung ist nicht sinnvoll.

Was bedeuten AN, JIC und Dash?

Dash bezeichnet die Leitungs- beziehungsweise Anschlussgröße. AN und JIC beschreiben genormte Anschluss- und Gewindesysteme, die im Motorsport und Fahrzeugbau häufig verwendet werden. Wichtig ist, dass Schlauch, Anschluss und Adapter zueinander passen.

Was ist der Unterschied zwischen Goodridge 200, 210, 400 und 600?

Goodridge 200, 210 und 400 werden häufig als klassische flexible Schlauchsysteme mit gummiähnlicher Innenseele beschrieben. Goodridge 600 ist dagegen als PTFE-/Teflonschlauchsystem bekannt. Wichtig ist immer, dass der verwendete Anschluss zum jeweiligen Schlauchsystem passt.

Muss eine neu gebaute Leitung geprüft werden?

Ja. Jede neu montierte Öl-, Kraftstoff-, Brems-, Kupplungs- oder Hydraulikleitung muss vor dem Einsatz auf korrekten Sitz und Dichtigkeit geprüft werden.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen technischen Orientierung im Motorsport- und Fahrzeugbau. Maßgeblich sind immer die Vorgaben der verwendeten Komponenten, Herstellerfreigaben und die fachgerechte Prüfung der fertigen Leitung.